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Sollte Amerika von der Gewalt von 50 Cent schockiert sein?

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  50 Cent Kredit: 50 Cent Foto von Phil Knott

Werde reich oder sterbe bei dem Versuch'

Typ
  • Musik
Genre
  • HipHop/Rap

Sollte Amerika von der Gewalt von 50 Cent schockiert sein?

Inmitten all des Geredes über Musiker, die gegen den Krieg im Irak protestieren, gibt es ein viel näheres Schlachtfeld, das vom amerikanischen Mainstream weitgehend ignoriert wird: die bewaffnete innerstädtische Welt, wie sie Rapper 50 Cent auf seinem Bestseller-Album „Get Reich oder stirb bei dem Versuch.“

Wie liebt 50 Cent das Geräusch automatischer Waffen und den Anblick tödlicher Schusswunden? Zählen wir die Wege. „Ich habe ein Loch in ein n—a gesteckt, um mit mir zu f—ingen … 'Dreh mir den Rücken zu, lass dich klatschen und verliere deine Beine / Ich laufe um die Waffe an meiner Taille herum, Chip auf meiner Schulter / Bis ich einen Clip in dein Gesicht sprenge, Pussy, dieser Beef ist noch nicht vorbei.' „Hat mich fast erschossen, drei Wochen später wurde er abgeschossen/Jetzt ist klar, dass ich aus einem wahren Grund hier bin/Weil er getroffen wurde, wie ich getroffen wurde, aber er atmet verdammt noch mal nicht.“ 'Du willst nicht, dass ich das Vorbild deines Kindes bin / ich werde ihnen beibringen, wie man sie .380er bockt und sie in Mulden auflädt.'

Wenn Sie sich vorstellen, dass ich die sensationellsten Texte herausgesucht habe, seien Sie versichert, dass fast jeder Song auf dem Album mit denselben betäubenden Drohungen und Waffenanbetung gefüllt ist. (Die einzige wirkliche Ausnahme ist – natürlich – die Single „In Da Club“, das seltene 50-Cent-Stück, das sich mit bloßer Frauenfeindlichkeit und Homophobie begnügt und nicht mit Mordlust aufhört.) Wenn andere urbane Künstler damit prahlen, jemanden „nass“ zu machen. es ist normalerweise in einem sexuellen Kontext; Wenn 50 Cent den Begriff verwendet, wie er es mehr als einmal auf diesem Album tut, fetischisiert er den Anblick von Blut, das aus dem Noggin eines gefallenen Feindes fließt.



Das Schockierendste am 50-Cent-Album ist, dass, soweit ich das beurteilen kann, absolut niemand davon schockiert ist. Kulturkonservative waren vor Jahren so ausgebrannt, sich über kleinere Ungerechtigkeiten zu beschweren, dass sie es im Grunde genommen aufgegeben haben, dieser Ecke der Kultur überhaupt Aufmerksamkeit zu schenken. Gemäßigte, die die Exzesse der Popkultur vielleicht vernünftiger sehen, stecken den Kopf in den Sand und hoffen nur, dass zumindest ihre Kinder nicht anfangen, diese abwechselnd gewalttätigen und sexistischen Bilder im Auto zu singen. Liberale, die sonst für die Waffenkontrolle kämpfen würden, geben diesem Glock-verherrlichenden Zeug einen Pass mit der herablassenden Begründung, dass es sich um eine Reportage aus der Hood handelt.

Reportage? Das wäre die alte „Dan-Pretty-Verteidigung“, dass Hip-Hopper, die Gewalt so lustvoll beschreiben, eigentlich nur Journalisten seien, die eine breitere Welt auf die sozialen Probleme der Innenstadt aufmerksam machen. Dann gibt es noch die allseits beliebte „Schwarzenegger-Verteidigung“, die besagt, dass Ah-nuld, wenn er Hunderte von Bösewichten in einem schlechten Actionfilm niedermähen kann und nicht den Zorn alternder weißer Männer hervorruft, heuchlerisch ist, eine Melodie zu verurteilen, die sich einen Gerechten vorstellt Crack-Dealer, der seinen Rivalen die gleiche Gerechtigkeit widerfährt.

All diese Abwehrstrategien wurden in der Vergangenheit eingesetzt, um Kritik an Gewaltthemen im Hip-Hop abzuwehren – und teilweise sogar sinnvoll eingesetzt. N.W.A und Ice Cube DID präsentierten ihre fiesen Sachen in einem bedeutenderen sozialen Kontext, in dem Armut und Polizeibrutalität Realität waren. Eminem hat in einigen seiner unverschämteren Reime ein gewisses Maß an Satire verwendet. Eine Menge Gangsta-Rap hat im Laufe der Jahre dazu gedient, eine schläfrige Welt für die schlaflosen Nächte im Gangsterritorium zu erwecken.

Doch irgendwie wurden wir auf dem Weg dahin so abgestumpft, dass ein 50-Cent-Stück daherkommen kann – der seine neun Schusswunden zeigt, die Werte eines kaum provozierten Mordes predigt, nichts liefert, das auch nur im Entferntesten als sozialer Wert inmitten des Gemetzels bezeichnet werden könnte – und nein einer von uns kann sogar ein Achselzucken zustande bringen.

Vielleicht sollte es so sein, denn im Gegensatz zu einigen der Provokateure vor ihm scheint 50 Cent nicht einmal die Absicht zu haben, sein Stammpublikum aus Kindern zu schockieren. Sie sind bereits süchtig nach Hardcore-Gewalt, durch Eminem und durch Videospiele wie „Grand Theft Auto“. Für diese Generation von Heranwachsenden bietet 50 Cent nicht den Nervenkitzel einer ersten Lösung, er hilft ihnen lediglich dabei, „beizubehalten“, um die alte Suchtterminologie zu verwenden.

Man könnte argumentieren, dass es besser ist, wenn Eltern aus diesem Zeug nicht mehr so ​​viel Aufhebens machen, dass Kinder schneller daraus herauswachsen, wenn es nicht so tabu ist. Trotzdem – und vielleicht ist das nur der Nostalgiker in mir – vermisse ich die Tage, an denen es vielleicht mindestens eine Stimme in der Wildnis gab, die ein Album anprangerte, das es verherrlicht, Löcher in Menschen zu reißen und dabei Rekorde zu brechen.

Was denkst du über das Album von 50 Cent?

Werde reich oder sterbe bei dem Versuch'
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  • Musik
Genre
  • HipHop/Rap