recenzeher.eu

Unterhaltungsnachrichten Für Fans Der Popkultur

Monster

Artikel
  Charlize Theron, Monster

Monster

B-Typ
  • Film

Schönheit scheint eine virtuelle Voraussetzung für einen Filmstar zu sein, aber für einige Schauspielerinnen kann es ein Karrieresprung sein, den sie nie überwinden werden. Ich habe immer gedacht, dass Geena Davis, so statuenhaft wie eine Walküre, mit diesem unglaublich reifen Küsser, wie ein Star verblasste, weil sie so wenig überzeugend aussah, als sie versuchte, sich als Anwältin, Kellnerin oder irgendjemand sonst auszugeben. Charlize Theron stand vor einem ähnlichen Dilemma. Sie ist eine Babydoll-Amazone, wie Marilyn Monroe auf Stelzen – eine Schauspielerin, die grundsätzlich unpassend erscheint, wenn sie versucht, sich als gewöhnlich auszugeben.

Theron hat das Problem möglicherweise erkannt, denn in Monster Sie durchläuft eine der erstaunlichsten Transformationen in der Geschichte des Films. Als Aileen Wuornos, die Prostituierte aus Florida, die Ende der 1980er Jahre sieben Männer ermordete und in bestimmten Medienvierteln als Amerikas „erste weibliche Serienmörderin“ bezeichnet wurde (sie wurde 2002 hingerichtet), hat Theron ihren Körper, ihr Gesicht und ihre Haut verändert. Sie ist aufgedunsen und träge, mit dichtem, verfilztem Haar; der rötliche, gesprenkelte Teint eines sonnenverbrannten Säufers; und ein Mund, der sich zu einem Ausdruck schlaffer Loslösung öffnet. Aileen ist nicht nur niedergeschlagen; sie ist ein Trümmerhaufen, ein verkommener Nachzügler. Therons physische Veränderung, die Nicole Kidmans in „The Hours“ wie etwas aussehen lässt, das mit einem im Laden gekauften Halloween-Kostüm vollendet wurde, ist ein Meilenstein für die Maskenbildner, die es geschafft haben, aber die Faszination von „Monster“ ist die Art und Weise, wie Theron dem entspricht von innen nach außen schauen. Sie wird zu Aileen Wuornos in all ihrer Rattigkeit, einer Schlampe, die sich selbst hasst und die Welt hasst. Dies ist nicht nur eine Aufführung, es ist ein Akt der Besessenheit – eine Schauspielerin, die Dämonen zur Schau stellt, von denen wir vielleicht nie gedacht hätten, dass sie sie hat – und es verleiht „Monster“ eine gesteigerte Aura der Aufregung, auch wenn es am Ende keine ist sehr guter film.

Als Teenager nährte Wuornos, die aus einem Albtraum von Missbrauch und Vernachlässigung auftauchte, ihren Hunger nach Anerkennung, indem sie mit Jungen für Geld schlief, und sie wächst zu einer schlampigen, verrufenen Prostituierten heran – einer Herumtreiberin, oft obdachlos, die Männer durch Daumen hochhebt ihren Weg entlang der Interstate 75 in Florida. Sie befindet sich auch in einem tiefen Konflikt über ihre sexuellen Wünsche, zumindest bis sie die hübsche, leichtgläubige Selby (Christina Ricci) in einer Lesbenbar trifft. Die Autorin und Regisseurin Patty Jenkins gewährt den beiden einen flackernden Moment des Glücks, als sie zu Journeys „Don’t Stop Believin“ auf einer Rollbahn herumlaufen, aber die Beziehung wird von Aileens neuer Fixierung gefangen: Unterhosen hochheben und sie erschießen tot. Ihr erster Mord ist ein Akt der Selbstverteidigung, nachdem sie bei einer beängstigenden Brutalität am Straßenrand vergewaltigt wurde. Sobald ihre Abneigung gegen Männer angezapft ist, fließt sie wie giftige Lava, und sie kann sich nicht davon abhalten, diese Rache immer und immer wieder zu wiederholen.



„Monster“ macht die unausgegorene Andeutung, dass Aileen, gefangen in ihrem abscheulichen Straßendschungel aus verzweifelten männlichen Raubtieren, eine Art Opfer ist. Da wir jedoch nur einen bösartigen und paranoiden Psychopathen sehen, fehlt dem Film genau das, was er am meisten braucht: eine überzeugende Perspektive. Theron erfüllt Aileen mit einem tierischen Verlangen nach Liebe, doch wie jeder, der Nick Broomfields Dokumentarfilm „Aileen Wuornos: The Selling of a Serial Killer“ von 1992 gesehen hat, bestätigen kann, ist die Schauspielerin Aileens schmutzigem, blindem Egoismus absolut treu geblieben. Sie spielt eine unersetzliche Frau mit kompromissloser Realität. Das ist eine gewaltige Leistung, auch wenn „Monster“ nie ganz herausfindet, was es damit anfangen soll.

Monster
Typ
  • Film
mpaa
Laufzeit
  • 110 Minuten
Direktor