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Irgendein Teufel

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  David Matthews

Irgendein Teufel

B-Typ
  • Musik
Genre
  • Felsen

Dave Matthews hat sich als Arena-Rock-Jedermann in eine komfortable Mitte des Lebens eingelebt. Seine gleichnamige Band hat ihre Folk-Jazz-Fusion zu einer fleißigen Wissenschaft gemacht – sie hat noch nie eine Note getroffen, um die sie nicht stundenlang herumtanzen könnte. Und Smilin‘ Dave leitet alles mit diesen Gumby-Bühnenbewegungen und einer Stimme, die wie ein glücklich betrunkener Schmetterling schwebt. Ein Jahrzehnt lang hat er es auf seine Weise getan und dafür gesorgt, dass es sich auszahlt: Letztes Jahr hat die Band auf Tour mehr als 60 Millionen Dollar eingespielt und diesen Sommer füllte sie wieder Stadien.

Aber weiter Irgendein Teufel , seiner ersten Solo-Veröffentlichung, legt er vorübergehend einen der größten Soßenzüge des letzten Jahrzehnts zurück, um mit ein paar alten Freunden (häufiger DMB-Mitarbeiter Tim Reynolds, Trey Anastasio von Phish), einer neuen Rhythmusgruppe (Louisiana-Drum-Maestro Brady Blade, Bassist Tony Hall) und ein großes altes Orchester. Was ein radikaler Aufbruch verspricht, ist es aber nicht.

„Some Devil“ passt zu den letzten paar Studioalben der Dave Matthews Band, die offene Jams zugunsten eines skulpturalen, songorientierten Ansatzes weniger betonten. Es umfasst ein neues Maß an Raffinesse – oder ist das Bombast? — mit Streichern und Hörnern. Und es projiziert auch eine größere Verwundbarkeit, da Matthews auf einer Handvoll Tracks mit kaum mehr als einer Gitarre als Begleitung auftritt. Die eine Konstante? Diese fehlerhafte, faszinierende, sofort erkennbare Stimme.



Aber wenn Matthews aus seinem Komfortbereich ins Falsett drängt, klingt er, als würde er auf einer Eisbahn mit Tonleitern ausrutschen. „I’m dizzy from all this spinning“, singt er auf „So Damn Lucky“, und jedem Zuhörer, der versucht, an diesen mäandrierenden Gesangsmelodien festzuhalten, wird es genauso gehen. Es ist ein auf Improvisation basierender Stil, den Matthews immer noch nicht so gemeistert hat wie schrullige Talente wie der Folk-Soul-Pionier Terry Callier und der verstorbene Jeff Buckley. Tatsächlich hätte sich Buckley in der Helium-Atmosphäre von „An‘ Another Thing“ wohler gefühlt.

Die Arrangements führen Matthews jedoch in einige vielversprechende neue Bereiche. Blade bringt sowohl einen Hauch von World-Beat-Exotica auf einer Vielzahl von Percussions als auch eine luftdichte Rock-Tasche, die Matthews in der Vergangenheit gefehlt hat. Das New-Orleans-Tempo der zweiten Linie des Drummers, abgestaubt von den Bläsern der Dirty Dozen Brass Band, verwandelt „Dodo“ in die Art von schlauem, hartnäckigem Popsong, den Matthews inmitten der Schnickschnack und Füllungen seiner regulären Band nicht ganz hinbekommen konnte. Auf „Gravedigger“ heizt Blade den Beat zu einem Crescendo an, eine große Rock-Hymne, die U2 begehren könnte. (Apropos Bono und die Jungs, Matthews macht auf „Trouble“ eine passable Imitation aus der „Joshua Tree“-Ära, mit Gitarren, die vor einem wirbelnden grauwolkenartigen Keyboard-Hintergrund hallgeladene Muster nachzeichnen.)

Wenn dies nicht ganz Matthews „Roots“-Album ist, kommt es idiomatischen Erkundungen wie „Save Me“ mit seinen kirchlichen Call-and-Response-Kadenzen, die von Reynolds’ respektloser Gitarre angeheizt werden, verdammt nahe. Anastasio stellt das Hoodoo-Meter auf die „Sumpf“-Einstellung auf „Grey Blue Eyes“, ein oder zwei High-Tech-Schritte entfernt von einem Feldgeheul. „Up and Away (Eden)“ macht einen Abstecher nach Jamaika und die aggressivere, soulige Seite des 70er-Reggae. Und auf „Some Devil“ entwickelt Matthews einen überzeugenden Fall des elektrischen Solo-Blues.

Aber die Abwesenheit der Matthews Band hinterlässt eine Lücke, vor allem, weil ihre instrumentale Akrobatik normalerweise die fadenscheinigeren Songs ihres furchtlosen Anführers beschönigte. Hier kann man sich nicht verstecken vor dem unerträglich schnulzigen „Oh“ („I love you oh so well/Like a kid loves candy and fresh snow“), dem orchestralen Overkill von „Too High“, der Sub-Cat-Stevens-Ballade von „Baby“. .“ Der Sänger verwandelt sich bei „Stay or Leave“ in eine menschliche Beatbox und legt ein subtiles Bett aus Klicks und Pops nieder, das weitaus interessanter ist als die hauchdünne Melodie. Klugerweise wiederholt Matthews den stärksten Song „Gravedigger“ als akustisches Finale. Mit ein paar weiteren so fesselnden Melodien wie diesem könnte ein „Dave Unplugged“-Album eine Überlegung wert sein. Bis dahin sollte sich Matthews besser wieder seiner Band anschließen und in die Arenen zurückkehren, wo er hingehört.

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