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Gefährlich in Liebe

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  Beyoncé Knowles Bildnachweis: Beyonce Knowles: Isabel Snyder/Corbis Outline

Gefährlich in Liebe

Eine Art
  • Musik
Genre
  • HipHop/Rap

Mit dem Pop-Diva-Pantheon, das so schmerzhaft überfüllt ist, haben Sie sich vielleicht gefragt, wie Destiny’s Child-Doyenne Beyoncé Knowles sich auszeichnen würde. Babygirl landete neben Austin Powers auf der Leinwand, aber die Rivalin J. Lo eröffnet Filme, und ihr Hollywood-Freund übertrumpft Beyoncés zurückhaltende Affäre mit Jay-Z. Avril hat ihre Angst. Rosa auch. Sowohl Mariah als auch Xtina haben größere Pfeifen und Britney ist, nun ja, blond. Ms. Knowles schien keinen Winkel zu haben, bis – „Uh-oh, uh-oh“ – Ihr lokaler DJ „Crazy in Love“ auflegte und dieses lodernde Horn-Intro 20 Mal rückwärts drehte, bis es in Ihr Gehirn geschlagen wurde.

Sehen Sie, Beyoncé denkt nicht wirklich an diese anderen Schätzchen. Ob ihr die Ehre zuteil wurde oder nicht, der Stil, den sie auf „Say My Name“ perfektionierte, war eine Minirevolution im R&B. Und Gefährlich in Liebe, Ihr Solo-Debüt bestätigt ihren Sinn für Innovation. Bei „Dangerously“, das der Sänger mitproduziert und fast vollständig mitgeschrieben hat, geht es mehr darum, sich von der schaumigen Ästhetik von Destiny’s Child zu entfernen, als mit der aktuellen Ernte von Gesangssensationen zu konkurrieren. Beyoncé verzichtet auf hochkarätige Hitmacher wie The Matrix und The Neptunes und arbeitet mit Under-the-Radar-Köpfen wie Rich Harrison und Dr. Dres Geheimwaffe Scott Storch zusammen und erforscht, wenn auch zögerlich, neue Richtungen in der zeitgenössischen schwarzen Musik.

Die Ergebnisse sind nicht halb so schlecht – schon gar nicht die erste Hälfte. Die Scheibe beginnt mit „Crazy in Love“, koproduziert von Harrison, der dem Mary J. Blige-mäßigen Emporkömmling Amerie letztes Jahr eine Hitsingle bescherte. Dann kokettiert Storch mit der immer vertrauter werdenden Mischung aus östlichen Klängen und Dancehall-Reggae, während Beyoncé nicht ganz überzeugend ein „Naughty Girl“ darstellt. Der nächste Schnitt, „Baby Boy“, geht voll auf Bollywood ’n da hood, mit Sean Paul, der eine pulsierende Tabla Raga reißt. Wenn Beyoncé hier gurrt: „In unserer eigenen kleinen Welt ist die Musik die Sonne/Die Tanzfläche wird zum Meer“, wünscht man sich irgendwie, sie würde ihre alten akrobatischen Scat-Taktiken anwenden, um Sean Pauls unhöflichen Chat herauszufordern. Aber das ist nicht DIESE Beyoncé.



Diese Beyoncé lässt auf „Hip Hop Star“ eine andere Art von Muskeln spielen, einem verzerrten, kreischenden Gitarrenausflug in das Rock-meets-Funk-Eats-Hip-Hop-Genre, das mehr Neptunes als die Neptunes ist. Ihr rassiger, kratziger „Zieh mich aus“-Refrain – ein bisschen Kelis, ein bisschen Marilyn Monroe – ist schockierend, aber nicht unwillkommen. Gast Big Boi von OutKast bringt es auf den Punkt: „Das kann man heutzutage nie sagen, jeder hat ein bisschen Rick James in den Adern.“

„Be With You“ ist eine Ballade mit herrlich großen Drums, die an Faith Evans’ 1995er Single „You Used to Love Me“ erinnert und ein paar andere R&B-Klassiker abreißt, die Sie früher geliebt haben. „Me, Myself, and I“ reitet auf Storchs charakteristischer Gangsta-Gitarre, die von Beyoncés Liebeskummer gemildert wurde – ein Warm-up für den Sweet Spot der CD: „Yes“, ein verdammt Björk-ähnliches Stück Trip-Hop, das könnte , wenn wir Glück haben, läuten wir ein neues Zeitalter des Snap-Crackle-Pop ein. Die statische Situation des Songs – Beyoncé verteidigt ihre Keuschheit gegen einen gierigen Jungen – ähnelt „Say My Name“ in seiner Spezifität und Ernsthaftigkeit.

Die meisten Fehltritte der Disc folgen. Das effekthascherische, von Missy Elliot produzierte „Signs“ ist ein matschiger, von Synthesizern durchtränkter kosmischer Slop. „That’s How I Like It“, ebenfalls mit Jay-Z, ist ein Jive aus der „Jumpin’ Jumpin“-Ära, der nur daran erinnert, wie frisch „Crazy in Love“ ist. Ein Remake von „The Closer I Get to You“ mit Luther Vandross klingt leider auch etwas veraltet. Aber zum größten Teil erfindet Frau Knowles mehr neu als neu – eine gefährliche Aussicht, aber hey, das ist Liebe.

Gefährlich in Liebe
Typ
  • Musik
Genre
  • HipHop/Rap