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Fühlt sich wie zu Hause an

Artikel
  Norah Jones

Fühlt sich wie zu Hause an (Musik - Norah Jones)

B-Typ
  • Musik
Genre
  • Pop
  • Jazz

Das Erscheinen des zweiten Albums von Norah Jones macht eines deutlich: Jede Debatte darüber, ob sie eine Jazzsängerin ist, ist praktisch vorbei. Nicht, dass sie jemals als eine im traditionellen Sinne angesehen worden wäre. Jazzsänger covern normalerweise keine Songs von Jesse Harris aus dem gehobenen Kaffeehaus, wie sie es auf einem Großteil ihres schockierend großen Debüts „Come Away With Me“ tat. Sie machen auch keine Videos, in denen sie barfuß an Stränden spazieren gehen, was Jones auch gemacht hat. Aber wenn nicht Jazz, welchen Musikstil will Jones spielen? Und was kann sie außer dem untrüglichen Geschmack und dem gemütlichen Charme ihrer ersten Platte auf den Tisch bringen?

Allgemein, Fühlt sich wie zu Hause an macht da weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Wieder einmal steht ihre Stimme – abwechselnd gehaucht, mädchenhaft und nachdenklich – im Mittelpunkt. Die Stimmung bleibt gedämpft und intim, so einladend wie eine Couch an einem faulen Tag. („When you're feelin' low/To who else do you go?“, singt sie an einer Stelle, um ihren Reiz zusammenzufassen.) Und wie bei „Come Away With Me“ endet das Album mit einer symbolischen Jazz-Interpretation: Duke Ellingtons obskures Instrumentalstück „Melancholia“, das Jones in „Don't Miss You at All“ umbenennt und dem sie „Bis später“-Texte hinzufügt.

Die neuen Richtungen kündigen sich mit der Subtilität an, die man von Jones erwarten würde. Die zarten Jazz-Referenzen von „Come Away With Me“ werden zugunsten von ebenso zurückhaltenden Anspielungen auf Country (die butterweichen Two-Steps von „Sunrise“) und „O Brother“-Bluegrass („Creepin‘ In“, ein niedliches Duett) heruntergespielt mit Dolly Parton). Stöhnende Slide-Gitarren und beruhigende Akkordeons überholen oft Jones’ Piano. Harris-Songs sind draußen; Coverversionen von Townes Van Zandt (ein schönes „Be Here to Love Me“) und Tom Waits (eine ländliche Version von „The Long Way Home“) sind in.



Niemand wird „Home“ jemals mit echter einheimischer Musik verwechseln; Zwischen Jones' sanfter Darbietung und den kultivierten Arrangements trifft die Musik nicht auf die Knochen, wie es bei kraftvollem Country oder Blues der Fall ist. „Feels Like Home“ scheint wie maßgeschneidert für südwestliche Spa-Besitzer, die die südamerikanischen Flöten satt haben. Dennoch sind diese dezenten Änderungen für alle, deren Geschmack eher der Roots-Musik als dem Jazz gilt, eine gute Nachricht; Die Stimmung ist eher die frühe Bonnie Raitt als die frühe Sarah Vaughan. Normalerweise ist es keine gute Idee, Material von seinen Begleitmusikern beisteuern zu lassen, aber Bassist (und Partner) Lee Alexanders glänzendes „Toes“ (gemeinsam mit Jones geschrieben) und Gitarrist Adam Levys dezenter Blues „In the Morning“ sind anmutig, wenn nicht sogar spektakulär, Lieder.

Was fehlt, egal in welchem ​​Genre, ist irgendetwas, das sich einer Katharsis nähert. Ob sie die Hingabe eines Liebhabers in Frage stellt („What Am I to You?“) oder mit der Stimme einer Frau singt, die ihr Kind genommen und ihren vermasselten Ehemann verlassen hat („Humble Me“), Jones' Stimme vermittelt Wärme und Zufriedenheit wenig an Dringlichkeit oder Intensität. Eine Erklärung könnte das Alter sein; Mit 24 ist sie vielleicht einfach zu jung, um das holprige Leben von Jazz- oder Country-Folk-Sängern in der Vergangenheit erlebt zu haben. Nach einer Weile beginnt sich die unerschütterliche Ruhe des Albums jedoch erstickend anzufühlen. „Zuhause“ ist ein schöner Ort, aber nicht immer frei von Stress und Ärger.

Fühlt sich wie zu Hause an (Musik - Norah Jones)
Typ
  • Musik
Genre
  • Pop
  • Jazz