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Die Zeitmaschine

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  Guy Pearce, Die Zeitmaschine Bildnachweis: Die Zeitmaschine: Andrew Cooper

Die Zeitmaschine

C-Typ
  • Film
Genre
  • Action-Abenteuer
  • Science-Fiction

H. G. Wells erfand die moderne Science-Fiction vor einem Jahrhundert, und seitdem holen die Filme auf. Manchmal hinken sie etwas hinterher als andere. In der neuen Verfilmung von Wells’ Die Zeitmaschine , steigt Guy Pearce als zerstreuter viktorianischer Erfinder Alexander Hartdegen in sein elegantes, handgefertigtes Gerät, um durch die Jahrhunderte zu reisen, und landet im Jahr 2030 in New York City. In der öffentlichen Bibliothek entdeckt er eine Reihe von Informationsportalen aus Flachglas die das Bild von Orlando Jones enthalten, der als eine Art plappernde Kreuzung zwischen einer Internet-Suchmaschine und Eddie Murphys großäugiger Imitation eines schwulen Mannes gecastet wird. (Jones‘ Info-Guide kann die große Bandbreite menschlichen Wissens rezitieren. Besonders die Show-Melodien.) Dies mag eine Vision des Fortschritts sein, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob es die transportierende Essenz der Filmphantasie ist.

Fantasyfilme führten uns früher an Orte, an denen wir noch nie waren. In den letzten Jahren wurden unsere Filme jedoch vom Fantastischen durchdrungen. Sie sind im Schein versunken, überschwemmt mit der Form und Sprache und Augenweide der Zerstreuung (Science-Fiction, Horror, Animation, Videospiele, Kampfkunst-Gymnastik in der Luft). Das Ergebnis ist, dass Fantasie nicht mehr genau eine Flucht ist; Es ist die Luft, die wir atmen. Ein paar Neuerscheinungen verkörpern die derzeit vorherrschenden Strategien, um ein Publikum aus dieser Welt zu entführen – zumindest für den Fall, dass Sie keinen eingebauten Stammbaum wie „The Lord of Harry Potter“ haben, aus dem Sie schöpfen können. „The Time Machine“ ist absichtlich urig und altmodisch, eine ein wenig nostalgische Übung unter der Regie des in Großbritannien geborenen Urenkels von H. G. Wells, der den Geist des Romans seines Vorfahren mit wörtlich gemeinter Loyalität behandelt.

Hat Guy Pearce jemals darüber nachgedacht, etwas zuzunehmen? In „The Time Machine“ sieht er hübsch aus, aber hager bis zur Ablenkung, seine Wangenknochen ragen fast durch seine blasse, straffe Haut. Pearce trägt Koteletten aus der Zeit der Jahrhundertwende und Professorenhaare und soll als besessener Wissenschaftler, der durch die Erfindung einer Zeitmaschine in das dunkle Herz der menschlichen Möglichkeiten blickt (er ist Einstein meets Frankenstein), einen romantischen Idealisten spielen. Nachdem seine Verlobte (Sienna Guillory) getötet wurde, unternimmt er eine Zeitreise in die Vergangenheit, um sie wieder zum Leben zu erwecken, nur um zu erfahren, dass er das Schicksal nicht ändern kann. Und so macht er sich auf in die Zukunft, wo er die Eloi entdeckt, einen einheimischen Stamm, der auf der gefährlichen Seite einer Bergklippe lebt und versucht, seinen Kampf mit den Morlocks, den unterirdischen Kannibalen, die sich von der Menschheit abgespalten haben, zu überleben.



Wells hat in seiner prophetischen Brillanz eine Was-wäre-wenn-Allegorie des Lebens nach dem Weltkrieg gesponnen, und die George-Pal-Verfilmung von „The Time Machine“ von 1960 mit ihren Zeitraffereffekten und der genialen „Twilight Zone“-Naivität bewahrt etwas von der warnenden Dringlichkeit des Autors (auch wenn die Morlocks Oompa-Loompas in blonden Perücken und Kilts ähnelten).

Im neuen „Time Machine“ lässt Regisseur Simon Wells die postapokalyptische Dschungelkulisse wie eine hawaiianische Sommerversion von „The Road Warrior“ aussehen. Die Dringlichkeit ist weg, ersetzt durch viel hochtonige Albernheit, besonders wenn Jeremy Irons mit weißer Haut, schwarzen Lippen und Edgar Winters Haaren als Uber-Morlock auftaucht. Pearce, der seinen Stern nach „L.A. Confidential“ mit dem fürchterlichen „Ravenous“, folgte nun „Memento“ mit „The Count of Monte Christo“ und diesem zweiten Retro-Potboiler. Memo an Guy: Hören Sie zu Ihrem und unserem Wohl auf, sich wie einen erstklassigen Schauspieler zu behandeln.

Die Zeitmaschine
Typ
  • Film
Genre
  • Action-Abenteuer
  • Science-Fiction
mpaa
Laufzeit
  • 96 Minuten
Direktor