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Die Magdalena-Schwestern

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 Nora-Jane Noone, Die Magdalena-Schwestern

Die Magdalena-Schwestern

Eine Art
  • Film

Die klaräugigen, gezüchtigten Mädchen, die von der Hölle her dazu verurteilt sind, in einem Kloster zu leben Die Magdalena-Schwestern werden als Sünder behandelt, aber wie der Film erschreckend deutlich macht, brauchte es nicht viel, um im Irland von 1964 zu sündigen. Eine der jungen Frauen, die schüchterne und engelsgleiche Patricia (Dorothy Duffy), hat ein Baby aus Ehe, aber das einzige „Verbrechen“, das Margaret (Anne-Marie Duff) begangen hat, ist, dass sie vergewaltigt wurde. Bernadette (Nora-Jane Noone), eine dunkle Schönheit mit einem stolzen, sinnlichen Blick, wird verurteilt, weil sie in der Pause mit den Jungs geflirtet hat. Von ihren Familien verstoßen und angewidert, kommen diese drei in einem der Magdalene Asylums an, einem stattlichen Gebäude aus altem Stein, das allzu friedlich in der smaragdgrünen Landschaft liegt.

Dort angekommen, werden sie in ein Leben der Sklavenarbeit und des rituellen Missbrauchs gestürzt, das von Nonnen geleitet wird, die sich besonders darüber freuen, ihre Schützlinge wegen der Sinnlichkeit zu verspotten, die sie in sich selbst verleugnen. Die Entbehrungsatmosphäre ist so streng, dass die Insassen nicht einmal miteinander reden dürfen, während sie ihren elenden Brei essen oder den ganzen Tag in der Waschküche schrubben und Kleiderhaufen in kochendes Wasser schieben, das vermutlich dazu bestimmt ist die Flecken ihres eigenen Fleisches versengen. Trotzdem reden sie und rebellieren mit leiser Wut.

Daran, dass „Die Magdalenenschwestern“ formal eine Art hochtoniges Frauengefängnisbild ist, führt kein Weg vorbei. Der Film, geschrieben und inszeniert von dem schottischen Schauspieler Peter Mullan („My Name Is Joe“), erfasst das Drama der Grausamkeit, des fanatischen Puritanismus, der in grelles, repressives Schocktheater verwandelt wurde. Doch der Film ist auch ein furchtloses und kraftvolles Exposé: Die Magdalene Asylums existierten wirklich, und Mullan hat ihren frommen Horror mit einer Menschlichkeit eingefangen, die jeden Hauch von Ausbeutung verbrennt. Diese Mädchen mögen Qualen ausgesetzt worden sein, die eines faschistischen Regimes würdig wären, aber Mullan, ein genialer Schauspielerregisseur, untergräbt die Brutalität mit seinem entwaffnend zärtlichen und intimen Blick. Die brillante Darbietung von Geraldine McEwan als wärterhafte Schwester Bridget mit ihren fiesen Augen und ihrem singenden Sadismus ist eine gründliche Studie darüber, wie Sexualität in diesem besonderen irisch-katholischen Kosmos als Gedankenverbrechen angesehen werden konnte. „The Magdalene Sisters“ ist der seltene Film, der Grausamkeit in Kunst verwandelt.



Die Magdalena-Schwestern
Typ
  • Film
mpaa
Laufzeit
  • 119 Minuten
Direktor