recenzeher.eu

Unterhaltungsnachrichten Für Fans Der Popkultur

Die Ladykiller

Artikel
  Tom Hanks, Die Ladykillers (Film – 2004) Bildnachweis: Die Ladykillers: Melinda Sue Gordon

Die Ladykillers (Film - 2004)

Typ B+
  • Film
Genre
  • Geheimnis
  • Thriller

Bevor er zum Jimmy Stewart des Neuen Amerika gesalbt wurde, spielte Tom Hanks immer Idioten. Herabgesetzte Künstler. A–Löcher. Er hatte schon immer einen Hang zum Biss und nutzt diese fröhliche Misanthropie, um den kriminellen Mastermind des Southern Gothic zu spielen Die Ladykiller , Joel und Ethan Coens angenehm durchgeknalltes, verrücktes Remake der Alec-Guinness-Komödie von 1955. Als Goldthwait Higginson Dorr, ein Scharlatan-Professor mit verschnörkelten, hochkarätigen Allüren, trägt Hanks einen Teufelsbart, einen Haarbüschel, der wie die Ecke einer Fußmatte in seine Stirn fällt, und ein zahniges Lächeln purer Verachtung. Viele gute Schauspieler haben für die Coens gearbeitet und am Ende wie Marionetten ausgesehen, aber Hanks ist zu schlau dafür. Er weiß, dass er eher ein Gebräu als einen Menschen spielt (das Original zeigte Guinness mit falschen Reißzähnen), und er verleiht dem Film die volle, hinterhältige Kraft seines borstigen Geistes.

Dorr, der in geblümten, vollständigen und barocken Sätzen spricht, wickelt die plumpsten Snob-Dixie-Akzente um Zeilen wie „Der Leichenwagen ist einfach ein Fahrzeug, das bequem genug ist, um alle Mitglieder des Ensembles unterzubringen.“ Die Coens versuchten einen ähnlichen Schachzug in „O Brother, Where Art Thou?“, aber George Clooneys Zehn-Dollar-Wortspiel war willkürlich und sinnlos – daher unausstehlich. In „The Ladykillers“ ist Dorrs kunstvoller Dialog nicht nur seine kriminelle Tarnung. Er sublimiert seine Wut in all diese cremige Ausführlichkeit, und Hanks, der sich anhört, als wäre er mit Kassetten von William F. Buckley Jr. in seinen Ohren eingeschlafen, findet die Zurückhaltung eines Soziopathen im wählerischen Dickicht der Worte.

In Mississippi mietet Dorr ein Zimmer von der frommen, knarrenden Mrs. Munson (Irma P. Hall) und sagt ihr, dass er plant, ihren Wurzelkeller zu nutzen, um ein Renaissance-Quintett zu proben. Eigentlich handelt es sich bei den „Musikern“ um eine Diebesbande, die sich aus dem Keller in einen Casino-Tresorraum tunneln will, und der Hauptgag von „The Ladykillers“ ist, dass jeder von ihnen aus einem anderen Film vorbeigeschaut zu haben scheint. Da ist Gawain (Marlon Wayans), der Casino-Hausmeister mit einem haarsträubenden Temperament und Hip-Hop-Vokabular; Pancake (J.K. Simmons), der Sprengstoffexperte mit Reizdarmsyndrom; Lump (Ryan Hurst), ein hirnloser Kraftprotz; und der General (Tzi Ma), ein wortloser Kettenraucher mit Hitler-Schnurrbart. Die Coens arbeiten in ihrem üblichen visuell knallenden Uhrwerkmodus, und obwohl die Lacher nicht immer treffen, greift die Stolperdraht-Handlung geschickt in den Coen-Stil ein. Mrs. Munson erweist sich in ihrer Kirchendamen-Kurzsichtigkeit als gewaltige Gegnerin, und das macht den wunderschönen Gospel-Soundtrack des Films alles andere als grundlos: Er verspottet die Anmaßungen von Sündern, die es hätten besser wissen müssen.



Die Ladykillers (Film - 2004)
Typ
  • Film
Genre
  • Geheimnis
  • Thriller
mpaa
Laufzeit
  • 104 Minuten
Direktor