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Broadway-Legende Uta Hagen stirbt

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Uta Hagen, die in einer sieben Jahrzehnte währenden Karriere als äußerst gebieterische Schauspielerin am Broadway und als Lehrerin für Generationen von New Yorker Schauspielern ein überragendes Beispiel gegeben hat, starb am Mittwoch in ihrem Haus in Manhattan, berichtet die New York Times. Die in Deutschland geborene Schauspielerin, zu deren drei Tonys einer für die Rolle der Martha in der wegweisenden Produktion von Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ von 1962 gehörte, war 84 Jahre alt.

Hagen gab ihr professionelles Debüt im Alter von 18 Jahren in einer Produktion von „Hamlet“ von 1937, in der sie Ophelia neben der legendären Eva LeGallienne in der Titelrolle spielte. Ein Jahr später gab sie ihr Broadway-Debüt als Nina in einer Produktion von Tschechows „Die Möwe“ an der Seite von Alfred Lunt und Lynn Fontanne, Broadways First Couple. Sie war von 1938 bis 1948 mit dem Schauspieler Jose Ferrer verheiratet und spielte in einer Reihe von Theaterstücken mit ihm, darunter in der berühmten Produktion von „Othello“ mit Paul Robeson als Othello, Hagen als Desdemona und Ferrer als Jago. 1947 ersetzte sie Jessica Tandy als Blanche neben Marlon Brandos Stanley am Broadway in „A Streetcar Named Desire“. Ihren ersten Tony gewann sie 1951 für die Titelfigur in Clifford Odets’ „The Country Girl“, eine Rolle, die später einen Oscar für Grace Kelly in der Filmversion gewinnen sollte.

Hagen widmete einen Großteil der zweiten Hälfte ihres Lebens dem Unterrichten an den HB Studios, der New Yorker Schauspielschule, die sie mit Herbert Berghof gründete, der von 1957 bis zu seinem Tod 1990 ihr Ehemann war. Trotzdem konnte sie die Rolle nicht auslassen von Martha, der versoffenen, giftigen College-Professorin in „Virginia Woolf“. Die Rolle brachte ihr einen zweiten Tony ein und sie spielte sie fast zwei Jahre lang. Sie widmete sich der Bühne; Sie spielte selten im Fernsehen oder in Filmen (Kinobesucher erinnern sich vielleicht an sie als hingebungsvolles Dienstmädchen in Glenn Closes Sunny von Bülow in „Reversal of Fortune“ aus den 1990er Jahren). 1999 gewann sie ihren dritten Tony, einen Preis für ihr Lebenswerk. Auch nach einem Schlaganfall im Jahr 2002 unterrichtete sie bis wenige Monate vor ihrem Tod weiter in den HB Studios.