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Attentat Tango

Artikel
  Robert Duvall, Luciana Pedraza, ... Bildnachweis: Assassination Tango: Juan-Angel Urruzola

Attentat Tango

Eine Art
  • Film
Genre
  • Geheimnis
  • Musical
  • Thriller

Attentat Tango ist eine flockige, köstliche Lerche. Es ist der zweite Spielfilm, den Robert Duvall geschrieben, inszeniert und in dem er die Hauptrolle gespielt hat, und wie der erste, das großartige christliche Psychodrama „The Apostle“ (1997), bietet es ihm die Chance, einen alternden, schlauen Hund zu spielen, der fröhlich und fröhlich ist An der Oberfläche loyal und charmant, aber auch tief im Inneren ein gewalttätiger Mörder. Duvall, das ist klar, genießt den Widerspruch. Er hat mehr als seinen Anteil an harten Nüssen und Tyrannen gespielt (den Macho-Marine-Vater in „The Great Santini“, den wildäugigen Kriegsjunkie in „Apocalypse Now“, Stalin und Eichmann), was dazu führte, dass seine Karriere, mit seinen wechselnden Strömen von Ritterlichkeit und Rücksichtslosigkeit scheint eine fortlaufende konfessionelle Studie männlicher Macht in all ihren Schattierungen zu sein: unbeschwert, edel, gequält. Die Schauspielerei wird nicht persönlicher oder viel größer.

In „Assassination Tango“ trägt Duvall langes, dünnes, ergrauendes Haar, das zu einem Knoten zurückgebunden ist. Mit seinem Schnurrbart und dem elegant schroffen Gesicht sieht er höfisch und doch bedrohlich aus, wie ein hochrangiges Mitglied der Hell’s Angels. Duvall ist John J., alternder Herr der Straßen von Brooklyn, der ein kompliziertes Doppelleben führt. Im örtlichen Tanzlokal ist er ein begeisterter Amateur-Hofer, und er ist auch seiner Friseurfreundin Maggie (Kathy Baker) und ihrer kleinen Tochter (Katherine Micheaux Miller), die er mehr beschützt, als wenn, auf rührende Weise verfallen ist sie gehörte ihm. Sie sind die Familie, die er nie hatte, aber sie wissen nicht, dass dieser Hipster-Patriarch, der so liebevoll und leichtfüßig ist, auch ein freiberuflicher Killer ist, der regelmäßig mit Waffe und Schalldämpfer in der Hand in die Nacht schlüpft.

Duvall, der seine Szenen mit einem wunderbaren, schnörkellosen Realismus spielen lässt, taucht in die tapfere Faszination von John J.s Doppelnatur ein und gibt ihm eine schockierend kurze Zündschnur sowie Hinweise auf eine Vergangenheit, die mit verlorener Romantik übersät ist. Duvall enthüllt auch eine neue Schwachstelle in Bezug auf sein eigenes Altern, wie in der großartigen Szene, in der John J. einen Polizisten anklagt, weil er bemerkt hat, dass er „müde“ aussieht. John J. wird vom örtlichen Mob-Boss angewiesen, nach Buenos Aires zu fliegen, und erhält den Auftrag, einen alten faschistischen General zu ermorden. Als er erfährt, dass der Hit um mehrere Wochen hinausgezögert werden muss, vertreibt er sich die Zeit damit, die Tanzsalons der Stadt heimzusuchen, wo er von der kantigen erotischen Anmut des argentinischen Tangos besessen wird, und von einer hübschen Tänzerin (Luciana Pedraza), die der Schule zustimmt ihn darin.



Es ist offensichtlich, dass Duvall aus John J. einen Tänzer gemacht hat, weil … nun, er wollte einen Film über den Tango machen, einen, der Pedraza zeigen könnte, seine echte Freundin, die eine verführerische Unergründlichkeit hat. In den Händen eines weniger geschmeidigen Schauspielers (oder Filmemachers) hätte sich dieser Impuls vielleicht als dünne Nachsicht herausgestellt, doch in „Assassination Tango“ führt er zu einer der lebhaftesten und unwiderstehlichsten Charakterstudien in Duvalls Karriere. Es ist faszinierend zu sehen, wie John J. den Hit plant und ausführt, was sich in ein Porträt berechtigter Paranoia verwandelt, und seine Leichtigkeit auf der Tanzfläche scheint direkt aus der List seines vorsichtigen, improvisatorischen Katzen-Einbrechers hervorzugehen. Die Tanzszenen sind schön, aber am Ende merkt man, dass das Attentat der wahre Tango des Films ist und dass nur wenige Künstler den Wirbel und Kick moderner männlicher Aggression besser eingefangen haben als Duvall.

Attentat Tango
Typ
  • Film
Genre
  • Geheimnis
  • Musical
  • Thriller
mpaa
Laufzeit
  • 114 Minuten
Direktor